Wann braucht eine Marke ein Redesign – und wann nicht?
Marken bleiben nicht stehen. Unternehmen wachsen. Märkte und Geschäftsmodelle verändern sich. Zielgruppen verschieben sich. Eine neue Generation übernimmt Verantwortung und setzt andere Schwerpunkte. Und manchmal bleibt nur eines unverändert: der Markenauftritt.
Spätestens dann stellt sich die Frage:
Passt unsere Marke noch zu dem Unternehmen, das wir heute sind – und zu dem, das wir morgen sein wollen?
Sieben Anzeichen, dass eine Marke Veränderung braucht.
01 — Das Unternehmen hat sich verändert.
Wachstum, neue Strukturen, eine neue Führung oder ein Generationenwechsel können dazu führen, dass der bisherige Auftritt nicht mehr zum Unternehmen passt. Er muss deshalb nicht schlecht oder veraltet sein. Vielleicht erzählt er einfach noch von dem Unternehmen, das es einmal war. Die Marke sollte mit dem Unternehmen wachsen können.
02 — Die Positionierung hat sich verändert.
Ein Unternehmen spezialisiert sich, richtet sein Angebot neu aus oder positioniert sich in einem anderen Marktsegment. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Marke: Was soll sie vermitteln? Wofür soll sie stehen? Und wovon soll sie sich abgrenzen? Eine neue Positionierung verändert die Aufgabe der Marke.
03 — Die Zielgruppe hat sich verändert.
Zielgruppen verändern sich – und mit ihnen Bedürfnisse, Erwartungen und Lebenswelten. Damit kann auch ein Markenauftritt an Relevanz verlieren. Das bedeutet nicht, jedem Trend hinterherzulaufen. Sondern die richtige Frage zu stellen: Erreichen wir mit unserer heutigen Sprache und Gestaltung noch die Menschen, für die wir relevant sein wollen?
04 — Der Marke fehlt Eigenständigkeit.
Manchmal ist das Problem nicht, dass eine Marke alt aussieht. Sondern, dass sie aussieht wie viele andere. Eine starke visuelle Identität schafft Unterscheidbarkeit, ohne dafür lauter werden zu müssen. Eigenständigkeit entsteht nicht durch mehr Gestaltung, sondern durch die richtigen Entscheidungen.
05 — Der Markenauftritt funktioniert nicht mehr als System.
Wenn Logo, Farben, Typografie, Bildsprache und weitere Gestaltungselemente nicht zusammenspielen, entsteht kein konsistentes Gesamtbild. Einzelne Anwendungen mögen funktionieren – zusammen ergeben sie aber keine starke visuelle Identität. Konsistenz bedeutet nicht, überall dasselbe zu zeigen. Sondern überall als dieselbe Marke wahrgenommen zu werden.
06 — Selbstbild und Fremdbild passen nicht zusammen.
Ein Unternehmen kann hervorragende Arbeit leisten – und trotzdem anders wahrgenommen werden. Wenn Qualität, Leistung und Anspruch im Markenauftritt nicht sichtbar werden, entsteht eine Lücke zwischen dem, was ein Unternehmen ist, und dem, was nach außen ankommt. Gute Gestaltung macht Qualität nicht besser. Aber sie kann sie sichtbar machen.
07 — Neue Medien stellen neue Anforderungen.
Was vor zwanzig Jahren auf Papier und großen Flächen funktioniert hat, muss heute auch auf Websites, Smartphones und kleinsten Bildschirmgrößen bestehen. Logos werden zu Icons, Markenauftritte müssen auf Social Media genauso funktionieren wie auf der eigenen Website. Ein zeitgemäßer Markenauftritt entwickelt sich mit den technischen Anforderungen weiter, ohne seine Identität zu verlieren.
Auf einen Blick:
- Braucht die Marke Veränderung?
- Passt der Markenauftritt noch zum Unternehmen?
- Vermittelt er die aktuelle Positionierung?
- Erreicht er die richtigen Zielgruppen?
- Ist die Marke eigenständig und wiedererkennbar?
- Funktioniert der Auftritt über alle relevanten Anwendungen hinweg?
- Werden Werte, Qualität und Anspruch des Unternehmens sichtbar?
- Ist das Logo in klein und groß auf unterschiedlichsten Materialien flexibel einsetzbar?
Nicht überall ein klares Ja? Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Wann ein Redesign keinen Sinn macht.
Nicht jede Marke braucht ein Redesign. Das Alter des Markenauftritts allein ist dafür kein guter Maßstab. Ein Auftritt kann vom ersten Tag an nicht richtig passen – oder nach vielen Jahren noch hervorragend funktionieren.
Auch persönlicher Geschmack oder der nächste Designtrend sind für sich allein keine guten Gründe für Veränderung. Manchmal liegt das eigentliche Problem ganz woanders: in der Positionierung, im Angebot oder in der Kommunikation. Und manchmal fehlt schlicht ein gutes Warum.
Was soll sich durch das Redesign verändern?
Was soll danach besser funktionieren?
Gibt es darauf keine gute Antwort, braucht es vielleicht auch kein Redesign. Umso wichtiger ist es, zuerst herauszufinden, wo es tatsächlich hakt.
Erst verstehen. Dann gestalten.
Bevor sich die Frage nach der Gestaltung stellt, braucht es Klarheit darüber, wo die Marke heute steht – und wo sie hinwill.
- Wo steht das Unternehmen heute – und wo möchte es hin?
- Wofür steht die Marke heute – und wofür soll sie künftig stehen?
- Wen erreicht sie heute – und wen soll sie künftig erreichen?
- Was unterscheidet sie vom Wettbewerb – heute und morgen?
- Was funktioniert am bestehenden Auftritt – und wo braucht es Veränderung?
Erst dann lässt sich entscheiden, was tatsächlich verändert werden muss.
Wie wir Marken weiterentwickeln →
Bewahren, was stark ist.
Gerade etablierte Marken haben über Jahre Vertrautheit und Wiedererkennung aufgebaut. Ein bestimmter Farbton. Eine Form. Ein Zeichen. Eine Typografie. Elemente, die längst Teil ihrer Identität geworden sind. Das sind keine Altlasten. Sie können Markenvermögen sein.
In unserem Designprozess bewerten wir die einzelnen Markenelemente systematisch:
- Was ist prägend und sollte bleiben?
- Was lässt sich weiterentwickeln?
- Was passt nicht mehr?
- Was fehlt?
Ein gutes Redesign bewahrt, was stark ist, und entwickelt weiter, was nicht mehr trägt. So bleibt eine Marke sich treu, ohne stehen zu bleiben.
Zeit für Veränderung?
Ein gemeinsamer Blick auf die Marke zeigt, was bleiben darf und wo Veränderung sinnvoll ist.